"Schatten ihrer selbst" und "Verfall" finde ich jetzt doch etwas übertrieben
Man kann doch nicht wirklich erwarten, 2012 auf ein Konzert zu gehen und die Band in der Form der frühen 80er zu erleben - irgendwann lässt's halt einfach mal nach, bei jedem. "Damals" war die Band neu, extrem, fiel deswegen auf und sprach die Leute an. Heute hat man sich musikalisch dem Mainstream angenähert (oder der Mainstream der Band) und viele Leute kommen, um die "Legende" mal zu sehen, weil's halt "Kult" ist oder um in Jugenderinnerungen zu schwelgen - womit ich kein Problem habe, ich wundere mich nur seit einigen Jahren, warum in z.B. Stuttgart mittlerweile annähernd doppelt so viele Leute zu den Konzerten kommen wie noch vor 10 Jahren.
Auch das Songwriting hat sich in den letzten 20 Jahren m.E. verändert - mehr Metal, weniger Hardrock und Punk und generell weniger Experimente (wie z.B. noch auf "1916" - Ausnahme für mich "overnight sensation"

).
Stücke wie "burner" sind zwar ordentlich schnell, aber zumindest nach meinem Empfinden recht uninspiriertes Geklopfe, nicht besonders aufregend, auch live nicht. Aber richtig schnelle Sachen sind bei MH eigentlich sowieso eher die Ausnahme, die meisten Sachen bewegen sich doch im (gehobenen) Midtempo-Bereich - von daher fällt es mir zwar auf, dass sie mittlerweile auch live langsamer spielen, aber grossartig stören tut mich das nicht. Bei einigen Stücken ("bomber", "iron fist") gefällt mir die Rückkehr zur Alben-Geschwindigkeit sogar ziemlich gut... Zudem werd' ich auch nicht jünger und langsame Stücke erleichtern das dezente mitwippen doch sehr

Aber da's hier um Lemmys Stimme geht... Ja, auch für mich klang er schon mal besser. Aber solange er mir noch den Eindruck vermittelt, dass er das, was er tut gerne tut, ist für mich alles im grünen Bereich. Alt werden sowie "Alk und Drogen" sind mir dabei egal - ersteres ist normal, letzteres keine besondere Leistung.
Die Platten werte ich mittlerweile eher als Lebenszeichen, wenn sie mir dann auch noch gefallen ("the wörld is yours" hab' ich seit dem Erscheinungstag im Auto und freue mich immer noch darüber) umso besser.
Für mich zählen inzwischen hauptsächlich die Konzerte (mittlerweile um die 80 bis 90), und solange die Spass machen bleib' ich dabei. Wirkliche Ausfälle gab's für mich in den über 30 Jahren nicht, höchstens die fehlende Variation im Set stört mich dabei - das "Problem" hab' ich für mich halt einfach dadurch gelöst, dass ich sie mir eben nicht mehr 5 mal pro Jahr anschaue, pretty simple

Übrigens, wegen "früher"... Mein "früher" war Anfang der 80er und damals waren Motörhead-Konzerte (zumindest die, auf denen ich war) hauptsächlich Krach. Extrem, oft schmerzhaft laut. Übelster Sound, einzelne Stücke oft kaum zu erkennen - ich würde nicht eine Sekunde davon gegen irgendwas eintauschen, war absolut grossartig

Aber ich glaube nicht, dass sowas heute noch besonders gut ankommen würde...
Amen.