WHAT IF hieß eine uralte Serie der heiß geliebten Marvelcomics in der Kreidezeit. Es ging darum, zu fragen: was wäre wenn dieser oder jener Superheld in anderer Konstellation unterwegs wäre.
Was wäre zum Beispiel, wenn Bon Scott nicht gestorben wäre? Die Band hätte vermutlich ebenfalls einen Millionenseller eingespielt, sich aber irgendwann getrennt, eventuell wiedergefunden, Rehab sei Dank, vgl. Aerosmith.
Was wäre, wenn Herr Clarke nach IRON FIST nicht seinen Hut genommen hätte?
Aus meiner Sicht maximal eine weitere Platte. Drei dermaßen verschiedene Chemikalien immer sorgen für Zündstoff; es hätte geknallt. Entweder Split oder Tod eines Mitglieds, wobei hier Sven Glückspilz Philthy ganz weit oben auf der Liste steht.
Todesfall ausgeschlossen hätte man sich vor 8, 5 oder 3 Jahren zur Reunion getroffen und die Welt hätte sich gefreut. Und auch gemeckert über fehlende Power alternder Rocker. Lemmy hätte eventuell derweilen einen Status innegehabt wie Roky Erickson.
Stattdessen haben die Herren weitergeackert, durch kleinste Hallen und teils mittelmäßige Alben bis zum amerikanischen Management, großen Produktionen und teils sehr großen Hallen. Gegönnt! GEGÖNNT!
Nur fehlt dem alten Fan -mir- der Dreck, der Boden, die Stallwärme. Auf jeder Platte finde ich zwei, drei Titel, die ich sehr mag. Aber meistens ist es so, dass ich denke: "Klingt wie xxx." Und für "xxx" kann man von Rammstein bis Status Quo vieles einsetzen. Früher hörte ich andere Bands und dachte: "Wow, klingt wie Motörhead!"
Sie sind nicht mehr einzigartig, sie verwalten das Erbe. Mit Anstand, wenn man Firmen wie KISS betrachtet. Natürlich heulen wir alle in * (*hier geschätzte Zahl einsetzen) Jahren, wenn der Chef die schwarzen Flügel umschnallt.
Aber dieses Jahr bin ich nicht mal mehr zum Konzert.